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 Audi-News: Der erste große Sieg der Unternehmensgeschichte
 
am Freitag, 21. Juli 2006 :: geschrieben von: Joe :: 3668 Aufrufe
• Vor hundert Jahren gewann Horch die Herkomer-Fahrt
• Audi Tradition beteiligt sich bei der Jubiläums-Konkurrenz mit drei Horch-Automobilen


Es war der erste große motorsportliche Sieg in der Unternehmensgeschichte der AUDI AG. Man schrieb das Jahr 1906, als der Zwickauer Dr. Rudolf Stöß auf einem Horch 18/22 PS die Herkomer-Fahrt gewann.

1905 gegründet, gilt diese Wettfahrt mit ihrem bis dato völlig neuem Reglement als die erste Tourenwagen-Rallye der Welt. In den drei Jahren ihres Bestehens (1905 bis 1907) wuchs die Streckenlänge von 937,1 auf 1818,7 Kilometer, die Teilnehmerzahl von 91 auf 161 Fahrzeuge. Dabei war fast alles, was im europäischen Hoch- und Industrieadel Rang und Namen besaß. Seit 1997 führt die Stadt Landsberg die Herkomer-Konkurrenz als historische Ausfahrt wieder durch. Zum 100jährigen Jubiläum des ersten großen motorsportlichen Sieges der Unternehmensgeschichte wird sich Audi Tradition vom 27. bis 29. Juli mit drei Horch-Automobilen beteiligen.

Zurück geht das Rennen auf den berühmten deutsch-englischen Portraitmaler Sir Hubert Ritter von Herkomer, der nicht nur Mitglieder des englischen Königshauses malte, darunter Queen Victoria, sondern auch Autorennen, nachdem die Fotografie um die Jahrhundertwende noch in den Kinderschuhen steckte. Herkomer, in Waal bei Landsberg geboren, war als Neunjähriger mit seinen Eltern nach England ausgewandert, wo er es zu Ruhm und Reichtum bringen sollte. Dort vom Motorsport-Virus infiziert, wollte Herkomer aber etwas anderes als ein Autorennen mit hochgezüchteten Maschinen. Ihm schwebte eine Fahrt mit Gebrauchsfahrzeugen vor, die ihre Sinnhaftigkeit auf ausdauernden Touren und regulären Straßen unter Beweis stellen sollten – die Tourenwagen-Rallye war erfunden. Herkomer, Lokalpatriot, suchte sich hierfür seine bayerische Heimat aus. Der kiloschwere Siegerpokal aus reinem Silber wurde von dem Universalgenie Sir Hubert Ritter von Herkomer selbst entworfen – eine Nachbildung schmückt heute noch das Audi museum mobile in Ingolstadt.

Über das Horch-Siegerfahrzeug des Juristen Dr. Stöß aus Zwickau schrieb die „Allgemeine Automobil-Zeitung“ 1906 in deren Renn-Reportage: „Die Leistung des kleinen 18 PS Horch-Wagens des Siegers Dr. Stöß bedarf eigentlich keiner weiteren Illustration mehr....Der Ruf der Horch-Wagen ist ja auch derart, dass es Eulen nach Athen tragen hieße, über den Wagen noch mehr zu sagen.“ Obwohl das kleinste Fahrzeug in der Konkurrenz, gewann der Horch 18/22 sogar die Schnelligkeitsprüfung. Ein Auto, das Firmengründer August Horch noch selbst entworfen und gebaut hatte. Horch fuhr die Herkomer-Fahrt übrigens selbst mit und wurde Zehnter. Der Sieg war für die Zukunft des Unternehmens von entscheidender Bedeutung.


Siegreich auf Horch bei der Herkomer-Fahrt 1906: Dr. Rudolf Stöß aus Zwickau (am Lenkrad).
Rechts im Bild Horch- und Audi-Gründer August Horch


Anlässlich des 100jährigen Jubiläums wird die diesjährige Herkomer-Fahrt in Ingolstadt gestartet, wo sich alle Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen am Abend des 26. Juli treffen werden. Am 27. Juli, 9 Uhr, starten die knapp 80 Teilnehmer von der Audi Piazza zu einem über 116 Kilometer langen Prolog nach Landsberg. Die Kernveranstaltung der Herkomer-Konkurrenz findet am 28. und 29. Juli mit zwei jeweils 93,5 und 109 Kilometer langen touristischen Ausfahrten in Landsberg/Lech statt. Zugelassen sind ausschließlich Automobile bis zum Baujahr 1930. Nur Horch Fahrzeuge dürfen in einer separaten Klasse „jünger“ sein.

Audi Tradition beteiligt sich mit drei seiner schönsten Fahrzeuge aus dem historischen Fuhrpark. Der Horch 10/50 PS von 1925 war die erste Arbeit des genialen Konstrukteurs Paul Daimler für die Horchwerke AG Zwickau. Erstmals erschien am Kühler dieses Automobils das neue Horchsignet, das gekrönte „H“. Der Hoch 10/50 PS war das letzte Horch Modell mit Vierzylindermotor und der seinerzeit in Deutschland noch üblichen Rechtslenkung. Der acht Zylinder starke Horch 853 A zählt zu den formvollendetsten Automobilen der 1930er Jahre. Das Sportcabriolet wurde 1938 ausgeliefert. Aus dem Jahre 1939 stammt der Horch 830 BL. Das Sedan-Cabriolet wird von einem V-8 Zylinder Motor angetrieben und gilt dementsprechend als „kleiner“ Horch.
 

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